Bunkerladies bezwingen Bienen nach doppeltem Kraftakt
Regensburg – Ein hart umkämpftes Duell zwischen dem ESV 1927 Regensburg und dem HC Rödertal fand am Samstagabend beim 31:28(17:15) in den Gastgeberinnen einen glücklichen, aber auch verdienten Sieger. Die Bunkerladies hatten in beiden Durchgängen einen Vier-Tore-Rückstand egalisiert und auch beide Spielhälften gewonnen.
In der Anfangsphase hatte es zunächst danach ausgesehen, dass die Partie so ausgehen würde wie die letzten fünf Kräftemessen in der 2. Alsco Handball Bundesliga Frauen und dem DHB-Pokal. Die hatten alle die favorisierten und ambitionierten Gäste aus Sachsen gewonnen. Mit einer aggressiven Deckung machte Rödertal Regensburg das Leben so richtig schwer. 8:4 führte das Team von Trainerin Maike Daniels nach nicht einmal zwölf Minuten. Die Durchschlagskraft der mit einigen aktuellen und ehemaligen Nationalspielerinnen sowie sieben Legionärinnen besetzten Bienen war beeindruckend.
Da brauchte es schon zwei entschlossene Schlagwürfe von der wieder einmal überragenden Franziska Peter – mit acht Feldtoren beste Werferin der Partie – um wieder Tuchfühlung aufzunehmen. Auch die ESV-Deckung stand nun richtig gut und erzwang einige Ballgewinne. Aus dem 8:12 wurde durch einen 7:1-Lauf ein 15:13 und der „Bunker“ brannte zum ersten Mal. Gestützt auf wichtige Paraden der eingewechselten Torhüterin Joelle Arno nahm der ESV eine 17:15-Führung mit in die Kabine.
Nach dem Seitenwechsel dann Duplizität der Ereignisse: Die Bunkerladies verstrickten sich zu oft in Zweikämpfen und ließen dazu einige Hochkaräter ungenutzt. Rödertals 6:1-Lauf zum 23:19 aus Gästesicht schien das Spiel zum zweiten Mal entrinnen. Doch die Bunkerladies feierten mit maximalem Engagement in der Abwehr ein schnelles Comeback. Ganz stark in dieser Phase war Youngster Anna Ehmann, die erst einen Treffer von Melina Hahn vorbereitete, danach zwei Durchbrüche resolut verwandelte. Die 18-Jährige wurde auch nach der Begegnung zur „Spielerin des Spiels“ gekürt.
Die Bunkerladies hatten aber viele Heldinnen und zeigten eine Mannschaftsleistung par excellence: Zwei Fehlpässe in der Crunchtime schüttelten sie ab und nach dem 27:28-Zwischenstand gut vier Minuten vor dem Ende lieferten sie einen perfekten Schlusssprint ab. Ella Jaeschke hielt wichtige Bälle, die aufmerksame Abwehr klaute einen Ball und in der Offensive saß jeder Wurf. So brachte der ESV ein 31:28 über die Ziellinie und den Favoriten zu Fall. Der Jubel kannte keine Grenzen und der dritte Sieg in Serie brachte einen Sprung auf Platz fünf des Sechzehner-Feldes.
„Ich ziehe alle Hüte vor meiner Mannschaft, die sich heute für ihren unbändigen Willen belohnt und ein Riesen-Spiel abgeliefert hat“, freute sich Trainer Bernhard Goldbach, nachdem er sich von seinem Jubelsprung erholt hatte. Für den Sportlichen Leiter Robert Torunsky war das Spiel unter den Top 5 von vielen Handballfesten im Bunker im sechsten Zweitliga-Jahr. „Besonders schön war zu sehen, wie jede Spielerin zu dem Erfolg beigetragen hat. Das war beste Werbung für den Frauenhandball. Vielen Dank an unsere Fans für das Bunkerbeben.“
Coach Goldbach kommentierte die 6:2 Punkte pragmatisch mit dem Blick auf noch 26 ausstehende Spiele bis Ende Mai: „Wir haben einen guten Start hinterlegt, mehr nicht.“ In die folgende vierwöchige Spielpause könne man gestärkt gehen. Die Rekonvaleszentinnen sollten beim Heimspiel gegen Aufsteiger Todesfelde am 17. Oktober alle wieder fit sein und dann möchten die Bunkerladies da weitermachen, wo sie am Samstagabend aufgehört haben.
ESV 1927 Regensburg:
Tor: Jaeschke, Arno
Feld: F. Peter 8, Hahn 6/1, Ehmann, Härtl je 4, Ewald 3, Kessler 2, Fuhrmann, Durankova, Fabritz, Lettl je 1 sowie Mustafic, Kollmer und Bachmaier

