Regensburg – Eine schwierige Anfahrt mit Staus, hochsommerliche Temperaturen und ein Gegner, der verdiente Spielerinnen mit einem Heimsieg verabschieden wollte – die Vorzeichen für einen weiteren Auswärtserfolg des ESV 1927 Regensburg in der 2. Alsco Handball Bundesliga Frauen hätten durchaus besser sein können. Mit einer absoluten Willensleistung gewannen die Bunkerladies einen echten Krimi bei der HSG Freiburg mit 34:33(15:16).
Schon in der ersten Hälfte entwickelte sich ein munterer Schlagabtausch: Bitter für die Gäste in der Anfangsphase war, dass gleich zwei Konterchancen nach Steals vom Spielball zunichte gemacht wurden, der daraufhin getauscht wurde. Auch bei zwei Strafwürfen waren die Gäste aus der Oberpfalz nicht mit Fortuna im Bunde: Zweimal rettete die Innenseite des Gebälks für die geschlagenen Freiburger Keeperinnen. Angeführt von der HSG-Topscorerin und ehemaligen Regensburgerin Saskia Probst übernahm das Heimteam eine 12:9-Führung in der 23. Minute. ESV-Trainer Bernhard Goldbach, der zu Beginn auf seine angeschlagene Kapitänin Franziska Peter verzichtet hatte, griff zur Auszeit. Die zeigte Wirkung: Bis zum Halbzeitpfiff hatten die Gäste auf 16:15 verkürzt.
Auch nach dem Seitenwechsel bot sich den über 500 Zuschauern in der Act-Now-Halle eine unterhaltsame Partie, in der beide Teams mit vielen starken Aktionen zu gefallen wussten, aber auch mit einigen haarsträubenden Ballverlusten die Nerven der Zuschauer mehreren Belastungstests unterzogen. Drei Tore in Serie beim Stande von 28:26 brachten den ESV dann langer Zeit wieder in Front (28:29). Angeführt von der überragenden Franzi Peter, der zehn Tore in Folge ohne Fehlwurf gelangen, sicherten sich die Bunkerladies dann in der Schlussphase einen knappen 34:33-Erfolg.
ESV-Trainer Bernhard Goldbach, der alle 16 Spielerinnen eingesetzt hatte, war angetan von der Willensleistung seines Teams: „Die Mädels haben alles reingelegt und sich selbst belohnt. Ich kann vor der Mannschaft nur den Hut ziehen.“ Der Sportliche Leiter Robert Torunsky war ebenfalls hocherfreut: „Freiburg hätte schon einen Punkt verdient gehabt, aber so ging es uns im Hinspiel ja auch. Von daher ist das Fifty-fifty gerecht.“
Besonders schön bei der starken Mannschaftsleistung war auch, dass gerade auch die scheidenden Spielerinnen sich auszeichnen konnten. Julika Birnkammer erzielte viele Tore und auch den Siegtreffer, Sophie Baur parierte einen Strafwurf, Lisa Opitz überzeugte am Kreis, unter anderem mit einem schönen Anspiel, und Diana Feles lieferte eine starke erste Hälfte ab. Sinnbildlich für ein tolles ESV-Team in der Saison 2025/26, das den neunten Auswärtssieg im 15. Auftritt feierte und Platz sechs im Endklassement sicherte.
ESV 1927 Regensburg:
Tor: Arno, Jaeschke, Baur
Feld: F. Peter 10/2, Birnkammer 9, Hahn 5, Feles 3, Ewald, Fuhrmann, Härtl je 2, Mustafic 1 sowie Lettl, Kessler, Stürenburg, Opitz und Kollmer

