Solingen war diesmal wieder keine Reise wert

H.C. Wagner
Foto: H.C. Wagner

Solingen/Regensburg – Zum bereits vierten Mal gastierte der ESV 1927 Regensburg seit Mai 2025 in Solingen: Während das letzte Duell in der Klingenstadt gegen den Bergischen HC in der 2. Alsco Handball Bundesliga Frauen in der Klingenhalle sehr erfolgreich war, gab es gegen HSV Solingen-Gräfrath inklusive DHB-Pokal bereits zum dritten Mal in Serie an gleicher Stelle nichts zu erben. Die Gastgeberinnen gewannen klar und verdient mit 31:25(16:11).

Trotz des Hinspielerfolgs im September in Regensburg, der bislang gezeigten Auswärtsstärke des ESV und der Tabellennachbarschaft – Solingen ging als Fünfter, Regensburg als Sechster in die Partie – war der HSV favorisiert. Der Ex-Bundesligist blickte auf eine perfekte Englische Woche mit drei Siegen zurück und hatte mächtig Selbstvertrauen getankt. Die Bunkerladies hatten dagegen den knappen Heimsieg gegen Waiblingen vor Wochenfrist mit dem Ausfall von Stammkeeperin Joelle Arno bezahlt. Der Start in die Partie war für die Oberpfälzerinnen gleich schlecht: 0:4 hieß es nach rund fünf Minuten, bevor Kreisläuferin Sara Mustafic den Bann brechen konnte.

Obwohl die ESV-Spielerinnen häufig an der starken Keeperin Katja Grewe scheiterten und vor allem das taktische Konzept zu oft verließen – nach dem Geschmack von Trainer Bernhard Goldbach wurde es viel zu viel über die Mitte versucht, anstatt das Spiel bereit aufzuziehen – lag sein Team beim 6:8 durch Caroline Härtl nach gut 15 Minuten in Schlagdistanz. In der Folgezeit wurden aber weiter zu viele Zweikämpfe in der Defensive und auch in der Offensive verloren: So kostete es Kraft, den zwischenzeitlichen 8:13-Rückstand auf 11:13 zu verkürzen. Doch wie so oft an diesem Abend war dies nur ein Aufflackern des Potenzials: „Hintenraus kriegen wir drei richtig dumme Tore, ansonsten wäre der Rückstand ein anderer gewesen“, ärgerte sich der Übungsleiter über die letzten Minuten des ersten Durchgangs nebst 11:16-Hypothek.  

Der zweite Durchgang war ein Spiegelbild des ersten. Erst ein mutmachendes Verkürzen, dann wieder der Rückfall in alte Strickmuster. Goldbach versuchte weiter, mit Wechseln und Taktikänderungen wie Abwehrumstellungen oder 7:6 das Steuer rumzureißen, aber Solingen war zu abgezockt: In Drucksituationen wurden die HSV-Kreisläuferinnen gefunden, Zweikämpfe gewonnen oder aus dem Rückraum eingenetzt. Bei den Bunkerladies spielten zu wenig Spielerinnen gut und auch das Kollektiv konnte dies nicht wettmachen.

So gewann Solingen-Gräfrath ungefährdet mit 31:25. „Das ist ein richtig guter Gegner mit einem starken Lauf, aber wir hatten uns schon einen besseren Auftritt vorgenommen“, sagte ein enttäuschter Trainer Bernhard Goldbach. Das Beste an dem Abend war wohl, dass die Regensburgerinnen mindestens bis August nicht mehr nach Solingen fahren müssen, Auswärtsspiel Nummer zehn abgehakt haben und spät, aber noch vor dem erneuten Wintereinbruch in Bayern zurück waren. In der Heimat warten nun zwei Heimspiele in Serie auf die Bunkerladies.

ESV 1927 Regensburg:

Tor: Bauer, Jaeschke

Feld: Birnkammer 5, Fuhrmann, Hahn, Mustafic, F. Peter je 3, Feles, Härtl, Lettl je 2, Ewald, Kessler je 1 sowie Kollmer, Opitz, S. Peter und Stürenburg.

DHB Pokal

03.09.23

30:28

ESV 1927

2. Liga