Regensburg/Berlin – Berlin ist nicht immer eine Reise wert, zumindest nicht sportlich: Diese Erfahrung machte auch der ESV 1927 Regensburg am Samstagabend in der 2. Alsco Handball Bundesliga Frauen bei seinem Gastspiel bei den Füchsen Berlin. Der Tabellenzweite von der Spree unterstrich beim 39:32(19:15) eindrucksvoll, warum er zuvor neun Partien in Serie gewonnen hatte und ein ganz heißer Aufstiegskandidat ist.
Die Gäste aus Regensburg hatten ebenfalls gute Leistungen gezeigt und bis zur 12:11-Führung durch Lisa Opitz unter den Augen der Nationalspieler Tim Freihöfer, Lasse Ludwig und dem Regensburger Vize-Europameister Nils Lichtlein in der 19. Minute auch gut im Spiel. In der Schlussphase des ersten Durchgangs gaben dann Kleinigkeiten den Ausschlag dafür, dass das Spiel in Richtung Berlin kippte: Ein vergebener Strafwurf, eine diskutable Zeitstrafe, unnötige Ballverluste und als „Krönung“ ein abgefälschter direkter Freiwurf nach der Pausensirene sorgten durch einen 5:1-Lauf der Spreefüxxe für eine 19:15-Pausenführung der Berlinerinnen.
Die Gastgeberinnen nahmen das Momentum mit und aus der Kabine: Im zweiten Durchgang schaltete Berlin noch einen Gang höher. Vor allem die körperlich starke Kreisläuferin Jonna Schaube (9 Feldtore) war von der ESV-Defensive nicht zu stoppen. Offensiv war die Leistung der Oberpfälzerinnen nicht schlecht, vor allem das 7:6 klappte über Kreisläuferin Sara Mustafic gut. Die sehr gute Wurfquote der Berlinerinnen, bei denen auch die wenigen Fehlwürfe durch Abpraller wieder in ihren Händen landeten, sorgte aber dafür, dass das Heimteam immer komfortabel in Führung lag und am Ende sicher mit 39:32 gewann.
„Berlin hat verdient gewonnen und war heute eine Nummer zu groß für uns. Wir haben uns nach dem ordentlichen Start aber zu leicht abkochen lassen“, bilanzierte ESV-Trainer Bernhard Goldbach. „Entscheidend war der Rückstand zur Pause, der nicht nötig war. Danach haben wir nicht mehr ins Spiel gefunden. Die Niederlage ist aber kein Beinbruch“, sagt der Sportliche Leiter Robert Torunsky auch mit Blick auf die Ergebnisse der Tabellennachbarn. Die Bunkerladies verbleiben auf dem starken sechsten Platz und empfangen am Samstag den direkten Konkurrenten Bergischer HC.
ESV 1927 Regensburg:
Tor: Joelle Arno, Ella Jaeschke
Feld: Birnkammer 6, F. Peter 6/3, Hahn 5, Mustafic 4, Ewald, Kessler je 3, Kollmer 2, Opitz, Härtl, Fuhrmann je 1 sowie Lettl, Feles, Stürenburg und L. Goldbach

