Klarer Bunkerladies-Sieg gegen Kirchhof am Inklusionsspieltag

H.C. Wagner
Foto: H.C. Wagner

„Bananenflanker“ begleiteten den Mannschaftseinlauf und sammeln autogramme

Regensburg – Alle guten Dinge waren Drei am Samstagabend beim Heimspiel des ESV 1927 Regensburg gegen die SG 09 Kirchhof in der 2. Alsco Handball Bundesliga Frauen: Die Partie stand im Zeichen der Inklusion und die Mitglieder des Regensburger Teams Bananenflanke e.V. durften als Einlaufkinder die Stimmung im „Bunker“ an der Dechbettener Brücke hautnah miterleben. Die war prächtig, denn der 31:23(17:15)-Heimsieg des Tabellensechsten zahlte sich auch für die Bunkerladies selbst aus: Trainer Bernhard Goldbach spendierte zwei trainingsfreie Tage für ein verlängertes nächstes Wochenende.

Der am Ende deutliche Erfolg, der erste Heimsieg gegen Kirchhof überhaupt, war lange hart umkämpft: Die um den Klassenerhalt kämpfenden Gäste aus Hessen waren nach dem Kantersieg über Mitkonkurrent Lintfort mit Selbstvertrauen angereist. Das Heimteam agierte zu Beginn im Innenblock zu passiv und SG-Topscorerin Juliana Wagner traf fast nach Belieben. Auf der Gegenseite erspielten sich die Bunkerladies gegen die offensive 3:3-Deckung eine Vielzahl von Möglichkeiten, vergaben aber gerade von den Flügeln viele Hochkaräter.

Das wäre vermutlich anders gelaufen, wenn die Schiedsrichter einem klaren Tor von Lucia Kollmer – die Livestream-Bilder lieferten die Aufklärung, dass der Heber deutlich hinter der Linie war – nicht die Anerkennung verweigert hätten. So sahen sich die Gastgeberinnen zunächst einem 8:9-Zwischenstand ausgesetzt. Eine zu diesem Zeitpunkt überraschende Auszeit von Gästecoach Christian Denk spielte dem ESV in die Karten: Goldbach beorderte die auch offensiv bärenstarke Franziska Peter in den Innenblock und fortan stand die Defensive kompakter. Auch das Umschaltspiel klappte nun besser und Regensburg warf sich eine 17:15-Pausenführung hinaus.

Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie noch eine zeitlang umkämpft: Bei Regensburg machten sich die Einwechslungen von Milena Stürenburg im Innenblock und Ella Jaeschke im Tor bezahlt. Kirchhof hatte immer mehr Mühe im Anschluss und musste 15 Minuten vor Ultimo abreißen lassen. Während bei der SG die Kräfte schwanden, konnte der ESV seinen breiten Kader nutzen. In den letzten 16 Minuten kassierte die Abwehr nur noch drei Gegentreffer. Im Angriff wurde genug verworfen, doch 14 Treffer nach Wiederanpfiff bedeuteten eine fast doppelt so hohe Ausbeute wie der Gegner. 

Am Ende durften sich die Bunkerladies gemeinsam mit dem Team Bananenflanke über einen deutlichen 31:23-Heimsieg freuen. Der festigte nicht nur Rang sechs im Sechzehner-Feld, sondern sorgte auch für ein gutes Gefühl für die anstehenden spielfreien Wochenenden. Die haben sich Spielerinnen und Verantwortliche nach sage und schreibe elf Spieltagen in Serie redlich verdient. Vor allem auch im Hinblick auf die tolle Ausbeute: „Wir haben unser ursprüngliches Saisonziel von 24 Punkten bereits nach 20 von 30 Spieltagen erreicht, das ist eine großartige Leistung“, freute sich der Sportliche Leiter Robert Torunsky.

Auch Trainer Bernhard Goldbach war zufrieden: „Kirchhof ist unangenehm zu bespielen, wir hatten am Ende die größeren Reserven und verdient gewonnen“, sagte der Übungsleiter. Nun gelte es für das letzte Saisondrittel die Akkus nochmal aufzuladen. Nach der Pause warten dann die drei Topteams Rödertal, Leipzig und Nürtingen in Folge auf die Regensburgerinnen. „Das ist doch geil, gegen diese Teams vor großen Kulissen ohne Druck auflaufen zu können und eine Überraschung zu versuchen“, blickte Goldbach voraus. Jeder Bonuspunkt in diesen Partien würde viel helfen, das korrigierte Saisonziel „einstelliger Tabellenplatz“ und die damit verbundene Qualifikation für den DHB-Pokal zu schaffen. 

ESV 1927 Regensburg:

Tor: Arno, Jaeschke

Feld: F. Peter 8/1, Birnkammer 6, Hahn, Kessler je 4, Ewald 3, Lettl, Mustafic, Stürenburg je 2 sowie Feles, Härtl, Kollmer, Opitz und S. Peter

DHB Pokal

03.09.23

30:28

ESV 1927

2. Liga