Bunkerladies unterliegen sehr unglücklich Tabellenführer Leipzig 

H.C. Wagner
Foto: H.C. Wagner

Regensburg – Neun Pflichtspielduelle in der 2. Alsco Handball Bundesliga Frauen zwischen dem ESV 1927 Regensburg und dem HC Leipzig hatte es vor dem Kräftemessen am Samstag von Bayerns einzigem Bundesligisten mit dem deutschen Rekordmeister gegeben: Mit jeweils vier Siegen und einem Unentschieden war die Bilanz ausgeglichen. Und sie hätte es noch dem Schlusspfiff sein können oder sogar müssen: Denn die 26:28(15:14)-Heimniederlage des Tabellensiebten gegen den Spitzenreiter war sehr unglücklich und auch heiß diskutiert. Dementsprechend enttäuscht waren die ESV-Spielerinnen, die aber stolz auf ihre Leistung sein durften.

Nach drei Unentschieden in Serie und ohne Leistungsträgerinnen wie Marlene Tucholke, Sharleen Greschner und Wiebke Meyer schien der immer noch stark besetzte Klassenprimus angreifbar. Und genau das machten die Regensburgerinnen: Im vollbesetzten „Bunker“ an der Dechbettener Brücke lieferten sich beide Teams einen Schlagabtausch und boten den Zuschauern attraktiven Handball.

Das Heimteam hielt nicht nur gut mit: Leipzig brauchte schon einige Glanztaten von Torhüterin Nele Kurzke – unter anderem eine Doppelparade bei einem Strafwurf – um nicht den Anschluss zu verlieren. Der ESV spielte sehr gefällig über den Kreis und Außen: Sara Mustafic verwandelte ein No-Look-Anspiel von Franzi Peter, der starke Youngster Caroline Härtl ein Rückhandanspiel von Melina Hahn. Auch die schnelle Mitte über Sophia Ewald klappte gut und so konnten die Oberpfälzerinnen eine 15:14-Pausenführung mitnehmen.

Nach dem Seitenwechsel änderten sich die Vorzeichen: Nun hatte Leipzig mehr Großchancen und Regensburg mit der eingewechselten Ella Jaeschke das Torhüterplus. Die 20-Jährige vereitelte gleich mehre Hochkaräter der HC-Angreiferinnen und unterstrich ihre tolle Entwicklung. In der spannenden Schlussphase verpasste es die Bunkerladies gegen die starke HC-Defensive einige Male, mit zwei Toren in Führung zu gehen. Dennoch war etwas Zählbares zum Greifen nahe, doch gleich drei strittige Entscheidungen – die unverständlichste war sicher der ausgebliebene Siebenmeterpfiff bei einem Durchbruch von Melina Hahn mit viel Kontakt  zum möglichen 27:27-Ausgleich in der Schlussminute – sicherten letztlich Leipzig den knappen Sieg. 

Bei der Pressekonferenz in der vom gleichnamigen Sponsor neu gestalteten Heinrich-Schmid-Lounge im Nebengebäude räumte der erleichterte Trainer Erik Töpfer auch den glücklichen Sieg ein. „Das war ein tolles Handballspiel, in dem beide Teams leidenschaftlich um die Punkte gekämpft haben.“

Seinem Gegenüber Bernhard Goldbach fehlten angesichts des Spielverlaufs und der leeren Hände etwas die Worte: „Wir hätten heute mindestens einen Punkt verdient gehabt. In der zweiten Hälfte hat nach den Umstellungen das Tempospiel nicht mehr ganz so gut geklappt, aber trotzdem waren wir auf Augenhöhe mit dem Spitzenreiter“, lobte der Übungsleiter sein Team. Das hatte grandios gekämpft und beinahe die große Überraschung geschafft. 

ESV 1927 Regensburg:

Tor: Arno, Jaeschke

Feld: F. Peter 7/3, Härtl 5, Ewald, Kessler, Birnkammer je 3, Mustafic, Hahn je 2, Fuhrmann 1 sowie Lettl, Stürenburg, Feles, Opitz, Kollmer und L. Goldbach

DHB Pokal

03.09.23

30:28

ESV 1927

2. Liga