Bremen – Es gibt Gegner, die liegen einem und andere eben nicht: Der SV Werder Bremen hatte in den bisherigen zehn Duellen mit dem ESV 1927 Regensburg in der 2. Alsco Handball Bundesliga Frauen schon beide Parts inne. In dieser Saison haben die Grün-Weißen eindeutig die Nummer der Bunkerladies und gewannen auch das Rückspiel deutlich mit 35:26(18:12).
Die Oberpfälzerinnen hatten im Vorfeld natürlich etwas anderes im Sinn gehabt: Nach vier Auswärtssiegen in Serie und insgesamt bereits sechs in acht Auftritten standen die Chancen auf eine Revanche für die 31:39-Hinspielniederlage auch nicht so schlecht. Nach einer staubedingten stressigen Anfahrt – nach Rostock die zweite Mammuttour innerhalb von acht Tagen – klappte die Umsetzung der guten Vorsätze klappte aber in vielen Bereichen überhaupt nicht: Fehlwürfe und -pässe prägten von Beginn an genau so das Bild wie zu wenig Kombinationsspiel.
Dafür war der 9:8-Zwischenstand in der 15. Minute noch ordentlich. Mit zunehmender Spieldauer wurde es nicht besser, sondern das Gegenteil trat ein. Regensburg produzierte zu viele Fehler und lud den Gegner zu einfachen Toren ein. Bremen hatte ohnehin einen guten Tag erwischt und hätte diese Schützenhilfe gar nicht gebraucht. So war die 18:12-Halbzeitführung sehr deutlich und ESV-Trainer Bernhard Goldbach entsprechend unzufrieden.
Nach dem Seitenwechsel zeigte sein Team eine Reaktion und deutete mit einem 3:0-Lauf das ja durchaus vorhandene Potenzial an. Eine Zeitstrafe und ein Rückfall in die Strickmuster des ersten Durchgangs ließen das Aufbäumen aber zum Strohfeuer werden. Die Gastgeberinnen kamen zurück und waren fortan wieder in allen Bereichen besser. Das spiegelte sich trotz der zehn Feldtore von Julika Birnkammer letztlich auch im 35:26-Endstand wider. „In Bremen, die ja zu Hause auch schon Spitzenteams wie Berlin einen Punkt abgenommen und eine Heimserie haben, kann man verlieren.
Die Art und Weise hat mich aber enttäuscht. Das war von allem deutlich zu wenig, vor allem in Sachen Rückwärtsbewegung und Emotion“, sagte Goldbach. „Wenn Stammspielerinnen fehlen oder nicht gut drauf sind, dann müssen andere in die Bresche springen. Das hat heute wie so Vieles auch nicht geklappt.“ In der Trainingswoche wartet nun viel Arbeit, um am Samstag im Heimspiel gegen Waiblingen, einer von gleich drei Auftritten auf eigenem Bunker-Parkett im Februar, es deutlich besser zu machen.
ESV 1927 Regensburg:
Tor: Arno, Baur
Feld: Birnkammer 10, Hahn 3, F. Peter 3/1, Mustafic, Stürenburg, Opitz je 2, Ewald, Kessler, Kollmer, S. Peter je 1 sowie Feles, Fuhrmann und Härtl

