Bunkerladies geben Spiel gegen Freiburg zweimal aus der Hand

H.C. Wagner
Foto: H.C. Wagner

Es gibt Tage, die laufen nicht so gewünscht: Nach fünf Siegen aus sechs Partien hatte sich der ESV 1927 Regensburg sehr auf das Heimspiel gegen die HSG Freiburg gefreut. Der Tabellenfünfte war gegen den Aufsteiger auch klarer Favorit, wohlwissend, dass die Breisgauerinnen unangenehm zu spielen sind. Das Team des neuen Trainers Simon Rittemann kam nach dem knappen Erfolg in der Vier-Punkte-Partie über Leverkusen auch mit Selbstvertrauen und ohne Druck in die Oberpfalz gereist. An Bord mit Johanna Brennauer und Saskia Probst auch zwei Spielerinnen, die in der Vergangenheit bereits Blau-Schwarz getragen hatten.

Die Regensburgerinnen fanden schlecht in die Partie: Einfache Ballverluste und zu wenig zum Tor waren ebenso problematisch wie die zu passiv agierende Deckung. Zwei frühe, mehr als diskutable Zeitstrafen gegen Kapitänin Franziska (7. und 11. Spielminute) Peter spielten den Gästen zusätzlich in die Karten. Die nutzten die Überzahlsituationen aus und zogen auf 8:2 aus HSG-Sicht davon.  Das 10:4 durch Probst in der 17. Minute war ernüchternd für die Regensburgerinnen, doch die erste Zeitstrafe gegen Freiburg änderte das Geschehen fast wie aus dem Nichts. Nun kamen die Gastgeberinnen heran und holten Tor um Tor auf. Mehr noch, durch eine gute Schlussphase gelang es dem ESV tatsächlich, noch eine 16:14-Halbzeitführung herauszuwerfen.

Nach dem Seitenwechsel schien es, als ob sich Regensburg gefangen hätte und die Partie den erwarteten Verlauf nehmen würde. Ein Steal von Caroline Härtl samt selbst verwandeltem Gegenstoß schraubte den Vorsprung auf 20:14 und HSG-Coach Rittemann nahm bereits nach 4 Minuten und 13 Sekunden nach Wiederanpfiff seine zweite Auszeit. Nun sollte eine Duplizität der Ereignisse, allerdings mit umgekehrten Vorzeichen, zum ersten Durchgang entstehen.

Mit dem Unterschied, dass die Bunkerladies mehr Großchancen als Freiburg vergeben sollten. Regensburg hatte optisch die Oberhand, erzielte aber zu wenig Treffer aus klaren Möglichkeiten. Freiburg blieb so in der Partie und konnte so auch die Disqualifikationen gegen Johanna Brennauer (39:04) und Julia von Kampen (54:29) wegstecken. 

27:25 vorne und in Überzahl vergab der ESV erneut zweimal freistehend. Als Sophia Ewald dann gut zwei Minuten vor Ultimo eine Zeitstrafe erhielt, nutzte Freiburg die Chance zum Lucky Punch. Probst verwandelte den Strafwurf zum erstmaligen Ausgleich nach langer Zeit zum 27:27 und Marit Walz legte gut eine Minute später nach. Regensburg brachte die letzte Gelegenheit nicht mehr im Tor unter und stand somit tatsächlich am Ende ganz mit leeren Händen da.

ESV-Trainer Bernhard Goldbach war komplett bedient: „Das war heute keine gute Leistung von uns. Selbst in den starken Phasen haben wir nicht das Niveau der Vorwochen erreicht. Dennoch hätten wir uns den Vorsprung nicht mehr nehmen lassen dürfen. Freiburg hat unsere Einladungen angenommen und somit verdient gewonnen.“

Auch der Sportliche Leiter Robert Torunsky war enttäuscht: „Bei der hohen Anzahl an Begegnungen ist es normal, dass man nicht immer gut spielen kann. Letztlich haben wir das Spiel zweimal aus der Hand gegeben. Wenn Du trotzdem einmal zurückkommst, musst Du gerade in eigener Halle so einen Vorsprung über die Zeit retten und dreckig gewinnen. Heute war es als Kollektiv zu wenig und es ist wichtig, dass unsere junge Mannschaft die richtigen Schlüsse draus zieht.“ Trotz der ärgerlichen Niederlage stehen die Bunkerladies in einem dicht gedrängten Mittelfeld auf einem guten 7. Platz und die Kellerkinder konnten keinen Boden gut machen.

ESV 1927 Regensburg:   

Tor: Arno, Baur

Feld: F. Peter 6/3, Birnkammer 5, Kessler 4, Härtl, Hahn je 3, Ewald 2, Lettl, Fuhrmann, S. Peter, Mustafic je 1 sowie Kollmer, Opitz, Stürenburg und Feles    

DHB Pokal

03.09.23

30:28

ESV 1927

2. Liga