Bunkerladies brennen Feuerwerk gegen Lintfort ab

H.C. Wagner
Foto: H.C. Wagner

Hoher Heimsieg gegen die Konkurrentinnen sichert Tabellenplatz und ist gut fürs Torverhältnis

Regensburg – Besser hätte sich der ESV 1927 Regensburg den Start ins neue Jahr nicht vorstellen können: Die Bunkerladies gewannen am Samstagabend in der 2. Alsco Handball Bundesliga Frauen mit 44:27(25:16) gegen den TuS Lintfort und brannten dabei ein Feuerwerk ab.

Die Ausgangslagen vor dem Duell waren völlig unterschiedlich: Die Gastgeberinnen hatten mit dem 27:22-Auswärtscoup beim Bergischen HC mächtig Selbstvertrauen getankt, die Gäste von der holländischen Grenze eine bittere 22:33-Heimpleite im Derby gegen Leverkusen bezogen. Deswegen hatte ESV-Trainer Bernhard Goldbach im Vorfeld vor dem TuS gewarnt, der was gutzumachen hatte und gegen den es in der Vergangenheit oft sehr zäh war.

Seine Mannschaft sollte im Spielverlauf den „angeschlagenen Boxer“ aber so richtig in die Seile schlagen. Goldbach hatte trotz der überragend funktionierenden 3:2:1-Deckung der Vorwoche seine Startformation umgekrempelt: So starteten Sophia Peter, Maxie Fuhrmann und Milena Stürenburg für den ESV, der in einer 6:0-Formation agierte. Die brauchte zu Beginn der Partie noch etwas Zeit, um sich zu finden. Dafür lief es im Angriff von Beginn an wie geschmiert: Julika Birnkammer traf zum 4:3, dann folgten unbeantwortete Tore von Annalena Kessler und Sophia Peter, die mit Steal und Energieleistung im Abschluss ein Statement setzte. 

Nach dem 6:3-Zwischenstand war Lintfort eigentlich nur noch über die stark auftrumpfende Leonie Udaw (7/2 Tore im ersten Durchgang) erfolgreich, die Freude währte aber immer nur sehr kurz. Denn der ESV konterte immer direkt mit der Schnellen Mitte. Auch im Positionsangriff fanden die von Franzi Peter gut orchestrierten  Regensburgerinnen immer sehenswerten Lösungen und trafen hochprozentig:

Mit Annalena Kessler (9), Julika Birnkammer (8), Sara Mustafic (5), Melina Hahn (4), Sophia Peter (3), Lisa Opitz (1), Sophia Ewald (1) sollten am Ende gleich sieben Feldspielerinnen eine hundertprozentige Trefferquote aufweisen. Auch Keeperin Arno traf ins verwaiste Tor. Kaum technische Fehler, tolle Würfe und ein sagenhaftes Tempo sorgten dafür, dass der ESV zur Pause bereits 25 Tore erzielt hatte – Zweitliga-Rekord für die Bunkerladies.

Nach dem Seitenwechsel rechnete man mit einer wütenden Lintforter Mannschaft, doch die konnte den Regensburger Sieg trotz der Neuzugängen Vakare Damuleviciute und Femke Kleijkers – die niederländische U20-Nationalspielerin feierte ihr Debüt beim TuS – nicht ansatzweise gefährden. Nach der Pause erhöhten Birnkammer, Kessler und Mustafic schnell auf 31:18 und die Messe war gelesen. In der 36. Minute rückte dann Sophie Baur für die mit einer Zahnverletzung ausgeschiedene Joelle Arno zwischen die Pfosten.

Der 19-Jährigen gelang mit einem parierten Strafwurf gleich ein Traumeinstand, später sollten weitere starke Paraden folgen. Angetrieben von einer stimmungsvollen Kulisse machten die Bunkerladies immer weiter, während Lintfort zu allem Unglück auch noch das verletzungsbedingte Ausscheiden von Udaw verkraften musste. 

Auch Liga-Toptorjägerin Svenja Rottwinkel konnte mit 2 Treffern nicht ihre übliche Ausbeute präsentieren.  Trotz vieler Wechsel gelang am Ende ein 44:27-Erfolg. ESV-Coach Bernhard Goldbach war entsprechend stolz auf den Kantersieg, der das Ergebnis „einer starken Mannschaftsleistung von A bis Z“ gewesen sei. Der 18. höchste Sieg der Zweitliga-Geschichte bedeutete für den ESV die Einstellung des eigenen Torrekords. Nur in Sachen Differenz war der ESV ein einziges Mal in fünf Saisons im Unterhaus besser: Im Mai 2022 beim 39:21-Erfolg über den TV Aldekerk.

„Die Höhe des Sieges ist nicht entscheidend, auch wenn wir natürlich ordentlich was fürs Torverhältnis getan haben“, sagte der Sportliche Leiter Robert Torunsky. „Viel wichtiger ist, dass wir gleich mehrere Konkurrenten distanzieren und unser Potenzial im Tempospiel mal so richtig abrufen konnten.“ Die mit vielen herrlichen Treffern verwöhnten begeisterten Zuschauer feierten die Mannschaft verdientermaßen noch lange, die auf den siebten Platz des Sechzehner-Feldes vorgerückt ist.  

ESV 1927 Regensburg:

Tor: Arno 1, Baur

Feld: Kessler 9, Birnkammer 8, F. Peter 6/1, Mustafic 5, Hahn 4, S. Peter 3, Kollmer 2, Lettl 2/1, Fuhrmann, Ewald, Opitz, Stürenburg je 1 sowie Härtl und Feles.

DHB Pokal

03.09.23

30:28

ESV 1927

2. Liga